Eine SLR-Kamera ist eine Kamera mit Wechselobjektiven, die über einen Spiegel Licht vom Aufnahmeobjektiv zu einem optischen Sucher leitet. Der Fotograf betrachtet die Szene deshalb durch das montierte Objektiv statt durch ein separates Fenster. Beim Auslösen klappt der Spiegel nach oben, damit Licht den Film oder einen digitalen Sensor erreicht.
Der Name steht für einäugige Spiegelreflexkamera. „Einäugig“ unterscheidet diese Konstruktion von zweiäugigen Spiegelreflexkameras, die getrennte Betrachtungs- und Aufnahmeobjektive verwenden, während „Reflex“ den Spiegelmechanismus bezeichnet. Ein Pentaprisma oder Pentaspiegel richtet das reflektierte Bild im Sucher auf, der während der Belichtung kurz dunkel wird.
SLR beschreibt den optischen Mechanismus, nicht das Aufnahmemedium. Analoge SLRs belichten fotografischen Film, digitale SLRs zeichnen das Bild elektronisch auf. Digitale SLRs behalten das Reflexsuchersystem und ergänzen es um einen digitalen Sensor, ein rückseitiges Display, Speicherkarten und digitale Verarbeitung.
Wie unterscheiden sich SLR- von DSLR-Kameras?
Eine DSLR ist eine digitale Art der SLR-Kamera. Jede DSLR verwendet somit das SLR-Spiegelreflexprinzip, aber nicht jede SLR ist digital. Im traditionellen Sprachgebrauch bezeichnet „SLR“ häufig ein Filmgehäuse und „DSLR“ ausdrücklich einen digitalen Sensor, obwohl SLR auch als übergeordneter Familienname für beide dienen kann.
Der Sucherweg ist grundsätzlich ähnlich: Ein Spiegel leitet Licht in einen optischen Sucher und klappt während der Belichtung hoch. Der wesentliche Unterschied liegt im Bildempfänger. Eine analoge SLR belichtet einen 35-mm- oder Mittelformatfilm, während eine DSLR einen elektronischen Sensor verwendet, üblicherweise APS-C mit etwa 22–24 × 15–16 mm oder Vollformat mit 36 × 24 mm, und Dateien auf einer Speicherkarte ablegt.
Diese Änderung beeinflusst den gesamten Arbeitsablauf. DSLRs bieten sofortige Bildkontrolle, einstellbare ISO-Empfindlichkeit, RAW- und JPEG-Dateien, in die Digitalelektronik integrierten Autofokus und Belichtungsmessung, Live-View und häufig Video. Analoge SLRs erfordern Kauf und Entwicklung von Film und haben normalerweise keine Vorschau auf einem rückseitigen Display. Der endgültige Bildcharakter hängt jedoch vom gewählten Filmmaterial und Entwicklungsprozess ab. Beim heutigen Kamerakauf kann SLR im breiten Sinn einer optischen Spiegelreflexkamera verwendet werden, während DSLR ein digital aufzeichnendes Modell bezeichnet.